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Gesteine - Findlinge

  Findlinge | Findlingsgärten |

Findlinge in Flensburg
Findlinge im Kreis Schleswig-Flensburg
Findlinge in Schleswig-Holstein
Findlinge südlichen Jütland
Findlinge auf Fünen

 

Findlinge in Flensburg

 - Findling vor dem Arbeitsamt Flensburg 

  findling arbeitsamt Auf diesen ca. 35 t schweren Block stießen die Bauarbeiter
bei den Fundamentarbeiten für einen neuen Flügel des Arbeitsamtes.
Ein schön gefälteter, rötlicher Flasergneis, Ergebnis einer durchgreifenden Deformation während der Gebirgsbildung. Vielleicht ein Orthogneis, mit viel Feldspat, Biotit und wenig
Quarz.
 


- Findlinge am Eiszeit-Haus in Flensburg

  Pectunculus-Sandstein

  Bei Baggerarbeiten im Hafenbecken kam
dieser mit Muscheln durchsetzte
Sandstein-Block aus dem Tertiär ans Tageslicht.


 
     
   
                                


   Växjö-Granit

  Kanalarbeiten im Alten Kupfermühlenweg
förderten diesen massigen Findling zutage. Wäre alles nach Plan verlaufen, wäre er unverzüglich in der Kiesverarbeitung gelandet.
Aber beim Versuch, ihn abzutransportieren, rutschte er mit Gepolter
von der Baggerschaufel auf die Strasse. In der dadurch gewonnenen Zeit konnte über die lokale Presse das Naturwissenschaftliche Museum informiert werden - so wurde mit diesem Småland-Granit ein ansehnliches Exemplar der Outdoor-Sammlung des Eiszeit-Hauses hinzugefügt.
 
                     



    Geschiebesammlung am Eiszeit-Haus 

    An der Rückseite des Flensburger Eiszeit-Hauses ist eine kleine Sammlung verschiedener eiszeitlicher Geschiebeblöcke zu sehen. Dazu gehören auch die beiden oben beschriebenen Findlinge. Im Hintergrund links der Växjö-Granit.
 
         


  -  Findling am Tierheim Flensburg

 

  Aus einer Kiesgrube südlich Flensburg stammt
der Metamorphit mit partiellem Augengneisgefüge, der kürzlich vor dem Tor zum Tierheim aufgestellt wurde.


 metamorphit


Noch ist dieser Gneis frisch - metamorphe Einregelungen und unterschiedlich gerichtete Durchbewegung sind gut zu erkennen.
ausschnitt    
ausschnitt 2
ausschnitt 3
           

 


Findlinge im Landkreis Schleswig-Flensburg

Am Strandparkplatz von Langballigau liegt ein schöner

gneisgranitischer Magmatit als Windkanter

  Windkanter Langballigau Windkanter Langballigau  
  Ausschnitt Ausschnitt  

    Zusammensetzung überwiegend aus Alkalifeldspat, Biotit und Hornblende.
Deutlich erkennbar eine angeschnittene Linse aus hellrötlichem, mafitarmem Magma inmitten dunklem Magma. Die gesamte Oberfläche ist durch Windschliff poliert. Es sind klare Kanten ausgebildet.


Findlinge in Schleswig-Holstein

 -  Der Düwelstein bei Großkönigsförde 

  duewelstein  
    Der Düwelstein bei Großkönigsförde   
 

Der größte Findling in Schleswig-Holstein liegt an der Straße zwischen Ruckforde und Großkönigsförde bei Gettorf noch in ursprünglicher Stellung am Fundort. Ein Großteil von seinen rund 200 Tonnen Gesteinsmasse steckt im Boden, aus dem er so aber prächtig und steil aufragt, dass er von Kieler Kletterern als Trainingsobjekt genutzt wird. Vor allem die senkrechte „Nordwand“ erfordert offensichtlich eine gewisse Erfahrung und Übung…
(linkes Bild)

  nordwand   duewelstein  
     Durch Absprengung konkav geformte Flächen      Die vom Gletschereis geglättete „Außen“-seite  

Obwohl nicht zu sehen ist, wie der Findling sich im Boden fortsetzt, kann man doch erkennen, dass hier von einem ursprünglich noch weitaus größeren Block große Partien abgebrochen sind. Die dadurch entstandenen, nach innen gewölbten Bruchflächen sind nicht durch Gletscherbewegung geglättet. Möglicherweise erfolgten die Abbrüche erst durch Frostsprengung im Spät- oder Postglazial. Es ist denkbar, dass die abgesprengten Teile zu einer späteren Zeit als Material für Gebrauchsteine abtransportiert wurden. Die konkav geformte Ostseite ist die jüngste Bruchfläche, mit relativ frischen Kanten. Auf ihrer etwas witterungsgeschützten Fläche kann man das Gefüge des Geschiebes am deutlichsten erkennen.

  ausschnitt   ausschnitt  
         

 Soweit am Gestein erkennbar ist, liegt seine Herkunft in Südschweden. Es handelt um einen leicht alterierten, grobkörnigen, hellen Småland-Granit, mit rosé-farbenen Kalifeldspäten, weißgrünem Plagioklas, grauem Quarz und viel verstreutem Biotit.

Wie zu allen bemerkenswerten Findlingen südlich in der Ostsee existiert auch zum Düwelstein eine Geschichte, die seine rätselhafte Herkunft erklärt.

„Einer alten Sage nach soll der Teufel persönlich einst den Stein geworfen haben, um die Gettorfer Kirche zum Einsturz zu bringen, da er mit dem Bau dieser nicht einverstanden war. Der Findling verfehlte knapp sein Ziel, jedoch wurde der Gettorfer Kirchturm durch den Luftzug, den der Stein im Flug erzeugte, schief und das ist er bis heute noch“.
(Quelle: www.amt-daenischer-wohld.de)


 
 -  Der Wandhoff-Findling bei Malente

  wandhoff-findling   Er ist der unbestrittene König im Findlingsgarten von Kreuzfeld bei Malente.

Das massige Großgeschiebe wurde 1983 in der benachbarten Kiesgrube freigelegt und sieben Jahre
später als Mittelpunkt des neuen Findlingsgartens auf
sein jetziges Podest gehoben, in der originalen Ausrichtung.
Er ist der zweitgrößte bekannte Findling in Schleswig-Holstein.
 
     Abb. 1 Der Findlingsgarten an einem frühen
     Novembermorgen
     
  wandhoff-findling   wandhoff-findling  
     Abb. 2      Abb. 3  

Dieses 126 Tonnen schwere Riesengeröll legt in sehr beeindruckender Weise Zeugnis ab von der abschleifenden, glättenden Kraft eines vorwärts schiebenden Gletschers. Man hört das Eis buchstäblich knirschen angesichts des gerundeten Kolosses. Das Eis schob sich an ihm entlang und über ihn hinweg… möglicherweise wurde er dabei auch rollend gewendet…- Gletscherschliff und manche Schramme an nahezu allen Seiten, aber die Bewegungsrichtung blieb überwiegend dieselbe, gut an Abb. 2 und 3 zu sehen.

  wandhoff-findling   wandhoff-findling  
     Abb. 4       Abb. 5  

Irgendwann wurde der auflastende oder allseitige Druck zu groß: Risse entstanden quer durch das Großgeschiebe und ließen wesentliche Partien weg brechen, Abb. 4 und 5.

  wandhoff-findling    
Es blieb so etwas wie ein halbes Ellipsoid übrig. 

      Abb. 6  

In spätglazialer Zeit war der riesige Stein aus den Eismassen befreit und lag offen, für geraume Zeit den sandigen Winden ausgesetzt. Der Windschliff kam zum Gletscherschliff hinzu und formte aus der oval gerundeten „Spitze“ eine gekantete Spitze. Der Findling wurde zum „Windkanter“, Abb. 7 und 8. 

  wandhoff-findling   wandhoff-findling  
     Abb. 7       Abb. 8  

Wo kam er aber überhaupt her?

  ausschnitt   ausschnitt  
    Ein violett-graues, grobkörniges Gefüge      Mafischer (hornblendereicher) Einschluss   

Violettgraue Kalifeldspäte, weißlich grauer Plagioklas, grauer Quarz und reichlich eingestreuter schwarzer Glimmer (Biotit) in eng verzahntem, etwas wirrem Gefüge, ebenso die eingeschlossenen Xenolithe (Fremdgesteinsteile) aus Hornblende - das deutet auf das mittlere bis nördliche Småland hin.
Den Berg, der hier einiges von seiner Substanz abgeben musste, kennen wir nicht genauer. Jedoch muss dieser heute abgerundete gewaltige Findling vor seiner Reise noch um ein mehrfaches größer gewesen sein. Im südschwedischen Småland sind wie andernorts in Skandinavien die Bergkuppen zu geglätteten Plateaus abgeschliffen, große Gesteinspartien und Felsteile wurden stellenweise von den Gletschern zuvor aus dem Verband gerissen und mitgeschleift.

Gut 600 km weit „schwamm“ dieser viele Tonnen schwere Felsbrocken, festgefroren im Gletschereis, von Schweden bis nach Ostholstein.


 

Findlinge im südlichen Jütland

 

 -  Barsten

Barsten
magmatisches Kontaktgestein
Nahe den Dübbeler Schanzen bei Sonderburg
liegt dieser gewaltige Block, der vor diversen Sprengversuchen noch erheblich größer gewesen
sein muss. Er gilt als zweitgrößter Findling Dänemarks,
mit heute 130 Tonnen Gewicht und einem Umfang
von 26 Metern.

Ausschnitt Barsten 1
Ausschnitt Barsten 2
 
Da der Block stark mit Flechten überzogen ist, fällt es schwer, das Gefüge zu erkennen. Es ist ein Magmatit, der sowohl großkörnige als auch sehr feinkörnige Partien aufweist.   

>>mehr zu diesem Großgeschiebe


 

Findlinge auf Fünen

Der „Damestenen“ bei Hesselager auf Fünen

 

An der Ostseite von Fünen, nahe an der Küste des Großen Belt, liegt Dänemarks größter Findling  -  ein wahrer Koloss!

Man nähert sich ihm über eine weitläufige, nahezu ebene Grundmoränenlandschaft und erlebt deshalb bei seinem Anblick vielleicht besonders deutlich und spontan seine   -  inmitten dieser Ackerfluren  -  unerwartete, massige Schwere.

  damestenen 1   damestenen 2  
     "Damestenen" zwischen Hesselager und Vormark, Ostfünen  

Halb ausgegraben, halb „versunken“ liegt er in der Grube, die man um ihn herum ausgehoben hatte.

Ursprünglich war nur eine kleine Kuppe von ihm sichtbar. Die jedoch war bereits so breit lagernd, dass im Jahre 1854 der dänische König eine Ausgrabung anordnete, um festzustellen, ob es sich bei diesem Gestein etwa um anstehenden Fels handele.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Fels ein imposantes eiszeitliches Geschiebe war, wurde der Stein zu einem Naturdenkmal erklärt und unter Schutz gestellt  -  als eines der ersten in Dänemark.

Von den damals berechneten Ausmaßen  -  mehr als 1000 t Gewicht bei einem Umfang von fast 50 m und einer Gesamthöhe von gut 10 m  -  ist heute erneut nur ein Teil sichtbar, wenn auch ein größerer als ursprünglich.

  damestenen 3   damestenen 4  
         

Die Oberfläche des Steins ist weitgehend mit Flechten bewachsen und ausgebleicht bzw. verwittert. Man kann jedoch erkennen, dass es sich um einen migmatitischen Metamorphit handelt, mit basaltischen Einschlüssen und sowohl unterschiedlichen, feinen Schlieren als auch grobkörnigen, granitoiden Partien.

basaltischer einschluss schlieren schlieren
  Basaltischer Einschluss    Feinkörnige mafische Schlieren in einer hellen, grobkörnigen Zwischenmasse