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Gesteine  -  Magmatite

Granit

Sein Name - lat. „granum“ = Korn - beschreibt das körnig gesprenkelte Aussehen.

Er ist das weltweit verbreitetste
magmatische Tiefengestein (= Plutonit ),
d.h. er entsteht durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen
( Magma ) innerhalb der Erdkruste, meist in einer Tiefe von wenigen Kilometern unter der Erdoberfläche.

Die häufig im Bereich von tektonischen Verwerfungen aufgestiegenen granitischen Magmenkörper (= Plutone) können eine Ausdehnung bis zu mehreren 100 Kilometern erreichen.
So bilden sie nach ihrer späteren Freilegung großräumige Granitgebiete.

Granitplutone in Deutschland befinden sich im südlichen Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Erzgebirge, im Odenwald und im Harz (Brockenmassiv und Rambergpluton).
Nicht benannter Granit aus Skandinavien
(Geschiebefund Broager Kliff , DK)

Im Unterschied zu vulkanischen Laven erstarrt die Gesteinsschmelze der Plutonite sehr langsam unterhalb der Erdoberfläche in einigen Kilometern Tiefe. Die Kristalle haben Zeit zu wachsen. Sehr grob kristalline Granite sind im Allgemeinen in großer Tiefe besonders langsam erstarrt (es gibt noch weitere Bedingungen, die das Kristallwachstum beeinflussen).
Die Schmelz-bzw. Erstarrungstemperatur der Minerale des Granits liegt zwischen
750 – 1000 º C.
Die Bestandteile des Granit (und anderer granitähnlicher Magmatite) sind:
Feldspat, Quarz und dunkle Minerale (häufig Glimmer)

Die Schulkinder lernte früher: „Feldspat, Quarz und Glimmer – die drei vergess ich nimmer“.


Die dunklen Minerale haben den höchsten Schmelzpunkt und erstarren zuerst –ihre im Granit eingelagerten Kristalle bleiben dementsprechend i.a. kleinblättrig oder kleinstängelig ausgebildet.
Als nächstes kristallisieren die Feldspäte. Sie haben mitunter die Zeit und in der noch glutflüssigen Masse auch die räumlichen Möglichkeiten, zu ansehnlichen Kristallen auszuwachsen. Meist aber bleiben auch sie im mittelkörnigen Bereich.
Quarz wird als letztes Mineral ausgeschieden und füllt daher die noch übrig gebliebenen Hohlräume zwischen den bereits gebildeten Mineralien aus. Er bildet in magmatischen Gesteinen deshalb keine eigene Kristallform aus, sondern verkittet das mineralische Gemenge zum granitischen Gestein.

Der Feldspat verleiht dem Granit die Farbe und die Härte, der Quarz den Glanz und der Glimmer die Sprenkelung.
(Wort eines süddeutschen Steinhauers)

Unterschiedliche Entstehungsbedingungen lassen Granite in sehr unterschiedlichen Farben und Strukturen auftreten:

Die Körnung kann gleichmäßig feinkörnig (z.B. Aplit) - kleinkörnig (- 2 mm) - mittelkörnig (- 5 mm) - grobkörnig sein. Im Allgemeinen kann man alle Kristalle mit bloßem Auge erkennen. Sehr grobkörnige Granite werden auch als Pegmatit bezeichnet.

kleinkörniger Granit
Geschiebefund Falshöft, SH
grobkörniger Granit
Geschiebefund Varnaes, DK

Das Farbspektrum der Gesteine reicht von schwarz-weiß-Abstufungen (hell- bis dunkelgrau) zu bläulich, rot, gelblich und buntkörnig.
Dabei ist der Quarz meist farblos oder weißlich, zuweilen grau, seltener gelblich oder bläulich schimmernd.
Die Feldspäte sind undurchsichtig rötlich, gelblich oder weiß, sehr selten blau.
Biotit-Glimmer sind kleine, schwarzglänzende, Muskovit-Glimmer hell silberglänzende, biegsame Blättchen, häufig in Paketen (Aggregaten) versammelt.

Graue Granite sind beliebt als Pflaster- oder Randsteine, auch als Material für Garten-Deko.
Farbige Granite werden gewählt zur Verkleidung von Fassaden, als Fußbodenbeläge, für Skulpturen und Gedenksteine.

Granite gehören zu den häufigsten Gesteinen der kontinentalen Erdkruste und haben wegen ihrer hohen Widerstandskraft, Härte und Wetterfestigkeit eine große wirtschaftliche Bedeutung im Bauwesen.

Die Härte des Granits hat geflügelte Worte entstehen lassen:
„auf Granit beißen“ - soll bedeuten: auf schier unüberwindlichen Widerstand treffen.
Oder „einen Schädel aus Granit“ haben verheißt eine unübertroffene Hartnäckigkeit. Allerdings ist der Granit umso dauerhafter, je kleinkörniger und ebenmäßiger er ist. Denn seine Bestandteile reagieren unterschiedlich stark auf die witterungsbedingten Temperaturschwankungen - dadurch entstehen in vielen grobkörnigen Gefügen Spannungen, die das Gestein auflockern.

Typische Verwitterungsformen des Svaneke-Granits auf Bornholm




Verwitternder Granit „vergilbt“ - er bekommt eine gelbliche Färbung, weil die Feldspäte sich umwandeln. Je nach Materialqualität kann die „Vergilbung“ eines Granits nach der Einsetzung von 4 Wochen bis zu mehreren tausend Jahren dauern.
Längere Zeit an der Oberfläche liegender Granit beginnt zu bröckeln, bildet Granitgrus. Schließlich wird der Feldspat in Ton (Kaolin) verwandelt, der Glimmer setzt Metalle frei, nur die Quarzkörnchen widerstehen jedem chemischen Angriff und gehen als Sandkörner auf die Reise.

 

Hochstein, Bayerischer Wald 1990







Die charakteristische Wollsack-Verwitterung des Granits geht zurück auf das Eindringen von chemisch wirksamen Lösungen in die Gesteinsklüfte. Die „Verwitterung“ beginnt bereits unter der Erdoberfläche, später wird das gelockerte Material aus den Spalten herausgewaschen. Es bleiben Türme kissenartig gerundeter Formen übrig.
Um auch die dekorativen grobkörnigen Granite vor der Verwitterung zu schützen, werden die Steine häufig poliert.


Beispiele für Farbvariationen:
Gleichkörniger Granit, Geschiebefund
Skeldekoppel, Broager DK
Nicht benannter Granit aus Skandinavien
Geschiebefund, Habernis, Flensburger Förde
Siljan-Granit, Dalarna
Geschiebefund, Oeversee
möglicherweise Stockholm-Granit
Geschiebefund, Dollerupstrand

weitere Darstellungen und Gesteinsbeispiele über:    http://www.kristallin.de/