Eiszeitliche Landschaftselemente - Tunneltal
Auch wenn sie heute oft mit üppiger Vegetation bedeckt sind, zeigen
sie doch einige typische Merkmale:
- Es sind ursprünglich tiefe, schmale und lange Talformen. Der Grund
dafür liegt in der periodischen Heftigkeit des Schmelzwasserflusses und
der festgelegten Lage durch den Gletscher - meist in schon vorgeprägten
Rinnen.
Beispiele im nördlichen Schleswig-Holstein u. a.: die Schlei, die Täler
der Kielstau, Bondenau, Boholzer Au, im südlichen Jütland z. B. das Tal
der Kruså und das langgestreckte Tal von Haderslev.
- Charakteristisch sind die steilen Hänge. Sie stellen das meist in
verdichteter Grundmoräne (Geschiebemergel) ausgespülte Bett des
Schmelzwasserflusses dar. Erhaltene Tunneltäler sind Bildungen aus der
letzten Vereisung, sie sind durch keine erneute Eisbewegung gestört oder
verlagert worden.
- In einem Tunneltal liegen oft langgestreckte Seen oder Moore oder das
Tunneltal selbst stellt (oder stellte) einen Rinnensee dar. Ursache
hierfür sind nach dem Abschmelzen der Haupteismasse zurückgebliebene
mächtige Toteisblöcke und Eisreste, die gerade in den tiefen Rinnen in
geschützter Lage lange Zeit erhalten blieben. Tunneltäler sind deshalb
oft in eine Abfolge von Schwellen und Senken gegliedert - somit ein
Abbild der oszillierenden Eisrandbewegungen.
Die nacheiszeitliche Entwicklung hat aus manchen eiszeitlichen
Rinnenseen zunächst Moore, dann Feuchtwiesen und schließlich durch
Entwässerung Wiesenland entstehen lassen.
• Krusau-Tunneltal
Das Krusauer Tunneltal ist inzwischen auf Grund seiner Vielfalt an
Lebensräumen und seltenen Tier-und Pflanzenarten Teil des europaweiten
Schutzsystems „Natura 2000“.
Es lädt zum Besuch ein!
Unsere diesjährige Krusautal-Wanderung
findet an einem klaren, sonnigen Junitag statt, diesmal
von der Mündung aus - - Treffpunkt: „Schusterkate“.
Ein Freund ist übrigens kürzlich ein Stück weit mit dem Kajak die
Krusau hinaufgefahren. Am Schilf hat er respektvollen Abstand zum
brütenden Schwan auf seinem Nest gehalten. Nach Durchqueren des
Schilfgürtels gelangte er in einen hübschen, natürlichen Wiesenbach, der
linkerhand immer dicht am bewaldeten Steilhang bleibt, rechts die
Feuchtwiesen des Tales. Das Vergnügen endete jedoch nach etwa 1,5 km an
der Kupfermühle….
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| Der Wanderweg längs der steilen Hänge im unteren Krusautal | Die festen Hänge
scheinen ein beliebtes Revier für Mountain Biker zu sein. An einigen „Pisten“ sind die Reifenspuren zu erkennen. |
Ferner Kuckucksruf begleitet uns, ausdauernd. Wie war das noch, was
sollte man dabei erfolgreich zählen…?
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| Kleine, der Krusau zufließende Rinnsale | |||
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| Üppig wachsender Riesenschachtelhalm | Unberührte Auenlandschaft |
Bald danach biegt unser Weg nach links ab (Beschilderung „Gendarmstien“
folgen) und quert das Krusautal. Blumenreiche Wiesen - und dann vor uns
eine kleine Brücke: Wir können nun endlich die Krusau selbst in
Augenschein nehmen. Ein klarer, gemächlich fließender Bach - nach vielen
regenlosen Wochen ist er jetzt recht flach und still.
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| Die Krusau an verschiedenen Stellen ihres Weges. | |||
An der Brücke weist eine Tafel auf den hier praktizierten Eisvogelschutz
hin.
Wer mit einer kleinen Wanderung genug hat, kann jetzt an der Grenzschranke linkerhand Richtung Kupfermühle umkehren. Auch dieser Weg ist lohnend:
Die schmale Landstrasse, der „Teichweg“, verband früher Kupfermühle und Krusaugaard. Sie führt durch kleine Wäldchen und auch auf einem Damm am verlandeten, früheren Mühlenteich entlang. Er war für den Betrieb des Werkes Kupfermühle aufgestaut worden. Heute ist er eine flache Röhrichtniederung.
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| Feuchtwiesen am ehemaligen Koppermølle-Mühlenteich | Der verlandete Mühlenteich vor den Steilhängen des Tunneltals |
Der alte Ortskern von Kupfermühle mit den ehemaligen Werkstätten und
Werkswohnungen, heute z. T. als Museum eingerichtet, lohnt in jedem Fall
einen Besuch.
Seit etwa 1600 wird hier die Wasserkraft der Krusau genutzt - anfangs
für ein Eisenhammerwerk.
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| Museum Kupfermühle | Das Mühlrad der Krusauer Kupfermühle |
Der kleine Ort Kupfermühle liegt auf der letzten (untersten) der
flachen Schwellen, die das Tunneltal aufweist.
Mit der Aufstauung des Mühlenteichs war die vorgelagerte,
ehemalige
Toteismulde genutzt worden.
Durch den Hangwald westlich des Brackwassersees kommt man zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Wir haben uns heute die große Tunneltalwanderung vorgenommen.
Deshalb biegen wir an der Bachbrücke nach rechts und folgen der Allee (Madeskovvej) zum ehemaligen Krusaugaard (heute gewerblich genutzt).Mit dem Flensborgvej schneidet hier eine viel befahrene Verkehrsader das Krusautal. Der alte Grenzübergang dient dem regen regionalen Grenzverkehr. Wir holen uns noch einige der sehr schönen Faltblätter zum Krusau Tunneltal in der dänischen Touristinformation.
Man könnte hier einem Wandervorschlag folgen und die nördliche Route
um den Mühlenteich wählen.
Dann wandert man zwar größtenteils entlang der Straße, hat aber wiederum
von den Moränenhöhen eine gute Aussicht über die Tallandschaft.
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| Die Krusau in einer Riedgrasniederung | Zu den Blumen der Feuchtwiesen und
Auwälder gehört die Bachnelkenwurz. |
Eine Schranke macht uns bewusst, dass wir wieder die Grenze überschreiten.
Auf deutscher Seite werden die Wanderer von neu erstellten
Infotafeln und Stationen des Projekts „Naturerlebnisräume“ des
Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume begleitet.
An einem landschaftlich besonders schönen und markanten Blick über das
Tal ist eine Infotafel zur erdgeschichtlichen Vergangenheit
Schleswig-Holsteins aufgestellt.
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| Eine alte Seeniederung als Weideland:
das Tunneltal unterhalb von Niehuus |
Ein Abzweig des "Ochsenweges" nahe der Grenze |
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| Der flache Talboden im mittleren Tunneltal (Rønsdam-Mulde) | |
Zwischen Niehuus und dem Krusauer Mühlenteich weist der flache Talboden mit den Entwässerungsgräben darauf hin, dass hier eine Entwicklung von Toteissee über Niedermoor und Sumpfwiese zu landwirtschaftlich genutzter Fläche erfolgte. Auch die Krusau selbst ist hier begradigt und wird regelmäßig ausgebaggert.
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| Gemeiner Beinwell Sumpfschwertlilie Echter Baldrian Ährige Teufelskralle Taglichtnelke Riesenschachtelhalm |
Eine Wanderung durch den steilen, oberen Abschnitt des Tals zwischen Niehuuser See und Padborg sowie entlang des nördlichen Smedebyer Zuflusses haben wir uns für das nächste Mal vorgenommen.
Heute haben wir einen Eindruck bekommen vom bogigen Verlauf des Tunneltals und den eingeebneten Talböden zwischen steilen Erosionshängen.Die für Tunneltäler charakteristischen, jedoch gering ausgeprägten Geländestufen haben wir in den Abfolgen
| Schwelle: Ort Kupfermühle Schwelle: Krusau Flensburg Vej Schwelle: Enge Rønsdam Schwelle: Ochsenweg/Niehuuser Burghügel |
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Mulde: Kupfermühle Mühlenteich Mulde: Krusauer Mühlenteich Mulde: drainiertes Weideland Mulde: Niehuuser See |
gefunden.
Das Tal schwingt entsprechend zwischen Engung und Weitung.
Es war eine ausgedehnte, anregende Wanderung für unsere kleine Gruppe - durch eine besonders schöne Tallandschaft.
Informative Links:
http://www.krusau-tunneltal.de
http://www.aabenraa.dk/files/Filarkiv - doc - xls - pdf/Natur/Publikationer
og foldere/Gendarmstien 2005 TY.pdf
http://www.marschundfoerde.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Kollunder_Wald
http://www.flensburg-online.de
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