Landschaft - Geologische Fenster
Helgoland | Kalkberg Segeberg | Liether Kalkgrube
Die Liether Kalkgrube
| 1980 war der Abbau der permischen Deckschichten soweit
gediehen, dass man auf den verkarsteten Scheitel des Salzstocks
selbst stieß: ein „Gipshut“ wurde partiell
freigelegt und ragt heute ca. 4 m vom Boden der Grube auf. Ein solcher Gipshut bildet sich wie schützender Schorf über verletzlichem Gewebe, wenn das leichtlösliche Halit (Steinsalz) des oberflächennahen Salzstocks durch die Bodenwässer gelöst wird. Es kommt dann u. a. zu Gips-Neukristallisationen (Marienglas). Durch die Auslösungsprozesse ist die Oberfläche des Gipshutes unregelmäßig bucklig - aber man kann am Liether Gipshut die Kristallbildung des Marienglases gut erkennen (der geschützte Bereich soll allerdings nur mit Sondergenehmigung betreten werden). |
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| Der Gipshut in der Liether Kalkgrube | Die Spaltflächen der
Gipskristalle (Marienglas) spiegeln im Sonnenlicht. |
Seit 1986 ruht der Abbau, 1991 wurde das Gelände unter Schutz gestellt.
| Wenn man die Grube von Westen her (Parkplatz) betritt, kommt
man an einer sehenswerten Sammlung eiszeitlicher Geschiebe vorbei. Am Weg abwärts sind ausführliche Informationstafeln aufgestellt, mit Hinweisen zur Geologie und Biologie des Nationalen Schutzgebietes. Linkerhand des Weges eine in Europa einzigartige Besonderheit, die Ablagerungen der "Lieth-Serie": Eine großräumige Geländesenke (ein alter Erdfall) ist im Lauf der letzten 2 Millionen Jahre mit jungen Ablagerungen verfüllt worden. Die verschiedenen Klimaperioden haben dort mit wechselnden Sand-, Ton- und Torfschichten ihre Signaturen hinterlassen, und alle diese Spuren sind als Chronik erhalten, weil der Trogcharakter des Erdfalls, umgeben vom festen Gestein der Salzstockschichten, vor jeglichem Gletscherschub schützte. |
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| Das quartäre Braunkohlenflöz | Schichten aus organischem Material und feinen Sanden | Inkohltes Holz in Sand |
| Roter
Mergelton, grauer Zechstein und weiße Sande ergeben eine malerische Farbigkeit, selbst an einem trüben Spätwintertag |
Die intensive Rotfärbung des tonigen Gesteins geht auf Eisenoxydeinlagerungen zurück, ein Hinweis auf das heiß-trockene Klima während der Ablagerung.
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| Aufschluss aus dem Rotliegenden an der Nordwand | Rotliegendton |
Nachfolgend sind einige unspektakuläre, aber charakteristische Gesteinsbeispiele, lose Stücke aus der Grube, zur Veranschaulichung abgebildet. Die Belegstücke sind durchweg kleinformatig (der beigefügte „Strich“ = 1 cm). Eine Auflistung der aufgeschlossenen Gesteinsarten auf einer der Info-Tafeln ist ein hilfreicher Leitfaden für den interessierten Besucher. Alle Proben sind in Verwahrung des Naturwissenschaftlichen Museums Flensburg (Eiszeit-Haus). |
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pyritführender Bänderschiefer,
Ostwand |
Zechsteinkonglomerat, Ostwand | Zechsteinkonglomerat, Ostwand |
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| Zechsteinkalk, Ostwand | Blasenkalk,
porös durch Auslaugung des Anhydrits, Ostwand |
Blasenschiefer, porös durch Auslaugung
des Anhydrits, Ostwand |
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| Kalkasche, Ostwand |
Zechsteinschiefer mit Calcitrasen auf
einer Kluft, Ostwand |
Stinkschiefer, Ostwand |
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3 Exemplare
Gipsgestein: feinkörniger Anhydrit (Calciumsulfat),
teilweise fein geschichtet, rotbraune Farbpigmente durch
Tangierung mit rotem Tonmergel, Nordwand |
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Links:
1. Flyer zum Naturschutzgebiet - (Kreis Pinneberg in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes Schleswig-Holstein) http://www.kreis-pinneberg.de/pinneberg_media/Dokumente/Fachdienst+42/Faltblatt+Lieth.pdf
2. Erdfälle - Jahresbericht Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein 2004 http://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/jahrbe04/Geologie/Erdfaelle.pdf
3. eiszeitliche Bodenprofile - MARUM - Center for Marine Environmental Sciences der Universität Bremen http://www.marum.de/en/Page4094.html?SID=fffb3ef04cf2ca744a99b2739ffb3979
4. Salzstock (und Grundwasser) - Kreis Pinneberg, Trinkwasserbroschüre http://www.kreis-pinneberg.de/pinneberg_media/Dokumente/Fachdienst+42/Trinkwasserbrosch%C3%BCre+Teil+5.pdf
5. Geotop Liether Kalkgrube - Jahresbericht Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein 2006/07 http://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/jahrbe06/Geologie/3Geotope.pdf
6. Nationaler
Geotop -
LLUR = Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des
Landes Schleswig-Holstein
http://www.geotipp.eu/content.php?gt=lieth&kapitel=heute
Die Akademie der Geowissenschaften Hannover hat im Jahre 2007 drei
schleswig-holsteinischen Geotopen das Prädikat "Nationaler Geotop"
verliehen: Helgoland, Morsum-Kliff auf Sylt und Liether Kalkgrube.
























